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Freie
Presse vom 05.05.2009 - Schallschutz-Tunnel
ist eher Lärm-Trompete
Anwohner nahe der Südzufahrt
laufen Sturm: Jetzt lauter als
vorher - Schallschutz und
Tempokontrollen gefordert
Zwickau.
Eigentlich sollte der
B-93-Tunnel neben der
Bollwerkwirkung als
Hochwasserwall vor allem einen
Zweck erfüllen: die Anwohner an
Nicolai- und Katharinenstraße
vom Lärm der täglich fast
28.000 über die Bundesstraße
rauschenden Autos entlasten.
Seit der Verkehr rollt, zeigt
sich: Zumindest an den Aus- und
Zufahrten ist es lauter statt
leiser geworden. Wie eine 380
Meter lange Trompete sammelt die
Betonröhre den Verkehrslärm
und prustet ihn am Ende heraus,
zum Ärger der Bewohner der Häuser
Katharinenstraße 11 bis 16 an
der Südrampe. Rund 130
Betroffene laufen Sturm. Sie
haben eine Petition an die Stadt
gerichtet. Der Lärm sei
unzumutbar, das belegten
Messungen, schrieben die
beauftragte Hausverwalterin
Annett Süß und der Vorstand
der ebenfalls betroffenen
Zwickauer
Wohnungsbaugenossenschaft (ZWG)
an OB Pia Findeiß (SPD).
"Ungestörtes
Schlafen" sei nicht mehr möglich,
kritisieren sie. Neben bereits
von der Stadt erwogenen
"passiven" Lärmschutzmaßnahmen
wie Spezialfenstern fordern die
Anwohner auch so genannten
"aktiven"
Schallschutz, Tempokontrollen
sowie Entschädigungen für den
Wertverlust der Wohnungen.
Derzeit hebt man bei der Stadt
die Hände. Noch sei der Tunnel
nicht offiziell abgenommen, das
Verfahren in der Schwebe, wurde
bei einem Bürgerforum zum Thema
Lärmschutz in dieser Woche
argumentiert. Baubürgermeister
Rainer Dietrich (CDU) indes
entsinnt sich, dass vor einer
"Trompetenwirkung"
eines Tunnels schon vor Jahren
bei der Abwägung verschiedener
Bauvarianten gewarnt wurde.
Hoffnung, das Problem zu lösen,
setze er jetzt aufs
Muldeparadies. Die Kronen der Bäume
im Park, von denen just die
ersten gepflanzt wurden, sollten
einen Teil des Rampenlärms
schlucken, hofft Dietrich. (eu)
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ZWICKAU
(FDF). Mindestens zehn Millionen Euro an Fördermitteln für die
Revitalisierung von Brachflächen sind noch zu vergeben. Doch
die Zwickauer Verwaltung scheint ihre Ruinen so sehr zu lieben, dass
sie sich nicht einmal davon trennen will, wenn andere den Abriss
bezahlen. So
jedenfalls kommt deren Verhalten in der Landesdirektion an und
brachte den Zwickauer Verantwortlichen eine Ohrfeige des Präsidenten
Karl Noltze (CDU) ein. „Die könnten ihren ‘Aktivisten’ längst
los sein“, sagte er und meint die Ruine der früheren
Strickwarenfabrik in Planitz. Noch immer kann Noltze nicht fassen,
dass der Stadtrat vor zwei Jahren Fördergelder ausschlug um die
Eigenmittel einzusparen. „Vielleicht wird es ja diesmal was“.
Danach sieht es allerdings nicht aus. Für die verfallenen Gebäude,
die inzwischen zum Teil schon mit städtischen Mittel abgerissen
wurden, wurde wiederum bisher kein Fördermittelantrag gestellt.
„Eines der Grundstücke ist noch immer nicht im städtischen
Besitz“, begründet der Amtsleiter des Bauordnungsamtes Volker
Lippmann die Entscheidung. Darüber schüttelt man in Chemnitz nur
noch den Kopf. „Wenn die Eigenmittel zur Verfügung stehen hat man
in Zwickau gute Chancen auf einen Zuwendungsbescheid“, sagte
Pressesprecher Olaf Weiß. „Aber dazu muss man erst mal einen
Antrag stellen“. Man müsse auch in diesem Falle als Kommune nicht
in die Zuschauerrolle gedrängt werden, schließlich könne man Fördermittel
auch weitergeben. Dass man sich nicht so richtig einig ist, wie
wichtig der Abriss eigentlich ist, zeigt die Meinung zweier
Amtsleiter. Während Lippmann das Aktivist irgendwo in der Mitte der
Prioritätenliste verortet, sieht seine Kollegin vom Büro für
Wirtschaftsförderung Annette Hermann das Objekt ganz oben stehen.
Überhaupt scheint in Sachen Abriss das Chaos zu regieren. Zur
Stadtratssitzung letzte Woche wusste Bürgermeister Rainer Dietrich
(CDU) von vier gestellten Fördermittelanträgen. Dabei stand schon
längst fest, dass die Brache Nikolaischacht wegen ihrer Herkunft
aus dem Bergbau gar nicht förderfähig ist und der Antrag bereits
abgelehnt wurde. Demnach
wusste Dietrich auch nicht, dass der Antrag für den Abriss der
Ziegelei in Marienthal von seinen eigenen Mitarbeitern zurückgezogen
worden war, weil die Eigenmittel fehlten. So jedenfalls hat man es
der Landesdirektion Chemnitz versucht zu erklären. Von den beiden
anderen Abrisskandidaten, der Konsum in der Dorotheenstraße und die
Halle in der Seilerstraße 5, ehemals Katastrophenschutz, hat man in
der Landesdirektion noch nie etwasgehört geschweige denn einen
Antrag gesehen. Jetzt bleibt der Stadt noch bis zum 31. März Zeit
die Anträge nachzureichen. Sonst bleiben auch diese Ruinen stehen.
Nachfragen sind offenbar unerwünscht. Eine Anfrage des
WochenSpiegel blieb jedenfalls unbeantwortet. |
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